Fiese Unlust
In den letzten Wochen hörte ich aus meinem Umfeld immer wieder, dass man sich "ausgelaugt" und "einfach fertig" fühle, keine Motivation zu garnix aufbrächte und am liebsten den Tag im und rund um das Bett verbringen würde. Und wie es der Teufel will - auch mich hat es diese Woche ereilt. Dabei war ich noch hoch motiviert, voller Tatendrang und willens, die Welt zum Besseren zu wenden, ins WoEN gestartet. Irgendwann in der Nacht von Sonntag auf Montag muss dann die "gemeine Unlust" unter meine Bettdecke gekrochen sein (bitte jetzt keine dummen Sprüche über Zwiebelgenuss oder ähnliches! Hab ich schon untersucht!).
Montagmorgen, der Wecker schellt, die Freundin schleicht zur Arbeit, ich habe noch Zeit und drehe mich nochmal um - Spätschicht hat nicht nur schlechte Seiten. Gegen 8 Uhr (gefühlte 2.37 Uhr nachts) quäle ich mich dann auch mal aus dem Bett, mit den Gedanken von Axel Schulz in Runde 6 seines Comback-Kampfes "Nein, tu mir nix! Ich mag nicht!" Hatte ich am Abend zuvor nicht noch soviel vor? Wo ist das hin? Wer glotzt mich da eigentlich aus dem Spiegel an? Kaffee, die Allzweckwaffe der Neuzeit muss her. Bitte, mach mich wach und munter! Nix da, 3 Tassen später finde ich mich unter einer Decke zusammengerollt auf der Couch beim Betrachten eines Homeshopping-Senders wieder. Im Geiste sitze ich mir selbst im Sessel gegenüber und schüttle ungläubig den Kopf.
Wenn ich nicht zwischendurch mal arbeiten müsste, läge ich womöglich immer noch auf der Couch und würde mir unnütze Haushaltsgeräte, Damenmieder und Heimwerkerschnickschnack, präsentiert durch schrecklich begeisterte, furchtbar gekleidete potentielle Staubsaugervertreter, im TV ansehen. So habe ich mit Mühe und Not bis Mitte der Woche zumindest das Notwendigste erledigt. Aber auch eigentlich keinen Handschlag mehr.
Allein die Ursache für die Null-Bock-Stimmung kann ich nicht finden. Für Frühjahrsmüdigkeit ist es eindeutig zu früh, für Winterdepressionen fehlt der Winter. Somit schleppe ich mich erstmal weiter jeden morgen in Richtung Kaffeemaschine, in der stillen Hoffnung, dass die Unlust so schnell und plötzlich geht, wie sie gekommen ist...







An allem ist das Wetter schuld !!!
Ich gebe zu, es gibt immer mal Zeiten wo man einfach keinen Bock auf nichts hat, was sicher auch jeder von uns kennt und auch jeder nachvollziehen kann.
Aber die Zeiten müssen auch mal wieder gut sein. man sollte sich doch auch mal die Möglichkeit geben da wieder einen Schritt raus zu kommen. Es langweilt nämlich sicher nicht nur einen selber, sondern auch andere, z.B. die eigenen Freunde.
Wenn man immer mehr merkt, und das in einem zarten Alter von jungen, knackigen 25 Jahren, dass die Freunde einfach immer träger und langsamer werden, kaum noch ein Vorschlag kommt mal wieder was zu unternehmen und alles immer auf´s Wetter geschoben wird, oder andere dämliche Ausreden gefunden werden, dann Frage ich mich, ob ich irgendwas falsch mache, weil ich es nicht verstehe?
Ich muss zugeben ich gehöre zu der Sorte Menschen die etwas hippeliger sind als andere, aber mal ehrlich, selbst ich verliere langsam das Interesse andere mitziehen zu wollen. das schlimme ist, das ist nicht nur eine Woche so, sondern es zieht sich wie ein Virus durch das ganze Umfeld in immer schnelleren Schritten, wenn Ihr mich fragt: zu schnelle Schritte !!!!
Jetzt stelle ich mir schon wieder die Frage: Bin ich die einzige die nicht alt wird? Bin ich die einzigste die nicht akzeptieren möchte das sich alles verändert hat? Bin ich einfach noch zu aktiv für mein Alter?
Warum ist das so? muss ich mich doch einfach damit abfinden, dass jetzt viell. nur noch Couch-Abende und DVD-Abende auf dem Programm stehen, man nur hoffen kann, dass sich mal einer meldet und fragt ob man mit dabei sein möchte? Möchte keiner mehr verrücktere Sachen machen als ruhige Abende, weil Sie Angst haben, sie könnten Ihre Grenzen mal überschreiten?
Viell. sollte ich mich wirklich daran langsam gewöhnen, oder hoffen, dass das Wetter einfach besser wird!!! :oP
Liebe Grüße
Jany