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Dienstag, 14. November 2006

Uhu klebt nicht überall...

Das Uhu nicht gleich Uhu ist und automatisch da kleben bleibt, wo man es/ihn hinpackt, hab ich aus eigener Erfahrung gelernt.

Eines schönen Morgens im Frühsommer fiel meiner lieben Frau Mutter am Frühstückstisch ein großer, grauer "Fleck" auf dem Kirchendach nebenan auf.
Um eines klar zu stellen: Nein, meine Mama ist nicht neugierig! Nur scheint bei Hausfrauen, gerade bei meiner Frau Mutter, in puncto Flecken ein automatischer Sensor eingebaut zu sein... Sowas wird sofort entdeckt!
Abgesehen davon gehörte das Kirchendach ins Hoheitsgebiet meines Dad´s - der ist nämlich Pfarrer!
Nun gut, bei näherem Hinsehen entpuppte sich der Fleck nicht als Fleck als solches, sondern als kleines, graues, zart gefiedertes Waldkautz-Küken, welches wohl aus dem Nest im Kirchturm "geflogen" sein musste.
Bis hierhin eigentlich kein Problem - wenn der kleine Uhu an der Stelle kleben geblieben wäre. Aber nein, bei jeder Bewegung rutschte der Kleine langsam aber sicher näher an die Dachkante heran. Und so kam es, wie es kommen musste - nächster Halt: Erdboden! - Plumps!
So saß das kleine Vieh da unten - vermutlich mit einem ziemlichen Brummschädel (erst 20 Meter freier Fall vorm Turm auf´s Dach, dann 3 Meter vom Dach auf den Boden).
Kann ein Kautz Suizidgedanken entwickeln? Das würde alles erklären...
Wäre soweit eigentlich auch noch ok gewesen, wenn meine Frau Mutter, die Tierliebe in Person, nicht Schlimmes befürchtete: "Wenn da Katzen kommen, oder die Elster, ein Mader, der sibirische Steppentiger, Uhu-Hasser mit Lösungsmitteln...!"
Aber selbst das Vieh anfassen - niemals! Ein Captain macht sich nicht selbst die Hände schmutzig! Somit musste Sohnemann Makku ran.

Ein paar Dinge lernte ich schnell:
uhu21. wenn das Gefieder auch flauschig weich aussieht, die Krallen sind es nicht!
2. Mach´s mit - Handschuhe können Finger retten!
3. Klebstoffschnüffeln ist bei Uhu´s ebenso verbreitet, wie Doperauchen (bei den roten Augen!)

Also schmiss setzte ich die verdammt gefährliche Krallenbestie das kleine Vögelchen auf das nächstgelegene Dach.
Vögelchen gerettet - nun galt es, meine Hände mit den tiefen Fleischwunden kleinen Kratzern zu desinfizieren. Ich lobe mir sämtliche neuartigen Desinfektionsmittel ohne Alkohol etc.
Ich weiß nicht, was meine Ma damals angewandt hat, aber ich vermute, es war 80%iger Strohrum. Hätte mir das Vieh doch lieber die Hände abgehackt, als dieses Brennen ertragen zu müssen...! Das hat man davon, wenn man helfen will!
Nach nem halben Tag ließ sich dann auch Mama- (oder Papa-) Uhu mal blicken und versorgte den bis dahin laut krächzenden Geier mit Futter!
Was aus ihm geworden ist, weiß ich bis heute nicht...
Vielleicht kifft er noch immer fröhlich im Glockenturm...

uhu

Makku

...ich bin´s nur...

Lieber mal...


...ne ruhige Kugel schieben...

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Zuletzt aktualisiert: 26. Jan, 10:01